Elementarschutz: der unterschätzte Baustein
Der häufigste Irrtum: „Ich wohne nicht am Wasser, das betrifft mich nicht." Starkregen kennt keine Ufer.
Was Elementarschutz abdeckt
- Überschwemmung und Rückstau
- Starkregen
- Erdrutsch, Erdsenkung, Erdbeben
- Schneedruck und Lawinen
- Vulkanausbruch
In der normalen Hausratversicherung ist nichts davon enthalten. Ein vollgelaufener Keller nach einem Gewitter ist ohne diesen Baustein schlicht nicht versichert.
Warum die Lage weniger schützt als gedacht
Bei Starkregen fällt in kurzer Zeit mehr Wasser, als die Kanalisation aufnehmen kann. Das Wasser sucht sich den Weg über Straßen, Einfahrten und Lichtschächte — unabhängig davon, ob ein Fluss in der Nähe ist. Betroffen sind regelmäßig Orte, die noch nie Hochwasser gesehen haben.
Der zweite Weg ist der Rückstau: Die überlastete Kanalisation drückt Wasser zurück durch die Hausanschlüsse in Keller und Waschküche. Auch das ist ohne Elementarbaustein nicht gedeckt.
Was es kostet
In den meisten Lagen ist der Zuschlag überschaubar — er bewegt sich häufig im Bereich weniger Euro im Monat. Maßgeblich ist die Gefährdungsklasse deiner Adresse, die die Versicherer über ein einheitliches Zonierungssystem bestimmen. In den beiden untersten Klassen, in denen die allermeisten Adressen liegen, ist der Schutz günstig zu haben.
Wichtig für Mieter: Die Hausratversicherung deckt dein Eigentum — Möbel, Elektronik, Kleidung. Das Gebäude selbst ist Sache des Vermieters. Wer ein Haus besitzt, braucht den Elementarschutz zusätzlich in der Wohngebäudeversicherung, sonst ist zwar der Schrank versichert, nicht aber die Wand dahinter.
Und die staatliche Hilfe?
Nach großen Katastrophen gab es in der Vergangenheit Soforthilfen. Verlassen sollte man sich darauf nicht: Sie sind politische Einzelfallentscheidungen, kein Anspruch, und mehrere Bundesländer haben angekündigt, künftig nur noch dort zu helfen, wo eine Versicherung nicht möglich war.
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